Was wir schaffen

Problemstellung & gesellschaftlicher Bedarf
In unserer modernen Gesellschaft stehen digitale Dienste zunehmend in der Kritik, da sie tiefgreifende Auswirkungen auf soziale Strukturen, Privatsphäre und wirtschaftliche Entwicklung haben. Die massenhafte Erhebung und Auswertung von Nutzerdaten ermöglicht nicht nur präzise Nutzerprofile, sondern auch eine umfassende Überwachung des individuellen Verhaltens.
Diese Informationen werden häufig zur gezielten Werbung verwendet oder an Dritte weiterverkauft, oft ohne das bewusste Einverständnis der Nutzer:innen. Unternehmen verfolgen dabei in erster Linie das Ziel der Gewinnmaximierung und gestalten ihre Dienste so, dass sie möglichst viel Zeit und Aufmerksamkeit binden.
Infolge dessen entstehen monopolartige Strukturen, in denen wenige Konzerne einen Großteil des digitalen Marktes kontrollieren, die Hoheit über die Daten für sich beanspruchen und so wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Macht in nie dagewesenem Ausmaß besitzen.
Diese Entwicklungen untergraben demokratische Prozesse, fördern soziale Ungleichheiten und schwächen die informationelle Selbstbestimmung der Menschen. Dies führt nicht zuletzt auch zu einer massiven Erosion des Gemeinschaftsgefühls und der Völkerverständigung. Die problematische Verflechtung von kommerziellen Interessen, intransparenten Algorithmen und mangelnder Regulierung stellt eine der zentralen Herausforderungen im Umgang mit digitalen Diensten dar.

Ein weiteres erhebliches Problem dabei ist, dass der Mensch zunehmend aus dem Fokus technologischer Entwicklungen gerät. Digitale Dienste werden heute vor allem im Interesse wirtschaftlicher Effizienz und Profitmaximierung gestaltet, nicht im Sinne des Wohls oder der Selbstbestimmung der Nutzer:innen.
Anstatt Technologien auf die tatsächlichen Bedürfnisse, Werte und Rechte der Menschen auszurichten, stehen oft Datenverwertbarkeit, Klickzahlen und Verweildauer im Vordergrund. Algorithmen optimieren Inhalte auf maximale Aufmerksamkeit und Interaktion - nicht auf Aufklärung, Bildung oder gesellschaftlichen Mehrwert. Die Nutzer:innen werden so zu bloßen Datenlieferant:innen und Zielscheiben algorithmisch gesteuerter Werbestrategien degradiert.
Der eigentliche Sinn von Technologie, dem Menschen zu dienen und das Leben zu verbessern, tritt zunehmend in den Hintergrund. Dadurch entsteht eine technologische Entwicklung, die sich vom Menschen entfremdet, anstatt ihn zu stärken.

Lösungsansatz
“Wer sagt denn, dass […] sich das Internet nicht eines Tages doch noch etabliert.”
— Deichkind, Wer sagt denn das
Es ist von großer Bedeutung, sich diesen Entwicklungen aktiv zu stellen und nach alternativen, menschenzentrierten Lösungen zu streben. Eine Gesellschaft, die digitale Technologien unreflektiert akzeptiert, riskiert den Verlust grundlegender Werte wie Privatsphäre, Selbstbestimmung und sozialer Gerechtigkeit. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, braucht es unter anderem die Förderung ethischer Technologien, die nicht primär auf Gewinn, sondern auf Gemeinwohl ausgerichtet sind.
Wir stellen uns diesem Problem, da wir überzeugt sind, dass es unabhängige und zuverlässige Daten zur Entwicklung von digitalen Prozessen braucht. Sowie unabhängige, datensparsame und gemeinwohlorientierte Dienste und Geschäftsmodelle, um europäische Werte wie Demokratieverständnis, Datenschutz und Privatsphäre auch zukünftig leben zu können. Nur wenn der Mensch wieder in den Mittelpunkt technologischer Entwicklung rückt, kann die Digitalisierung langfristig zu einer fairen, inklusiven und nachhaltigen Zukunft beitragen.
Sich mit den problematischen Aspekten digitaler Dienste auseinanderzusetzen, ist nicht nur eine technische und wirtschaftliche, sondern auch eine gesellschaftliche und ethische Notwendigkeit. Die aktuellen Strukturen der digitalen Welt haben tiefgreifenden Einfluss auf Demokratie, Meinungsbildung, Bildung, zwischenmenschliche Beziehungen und mentale Gesundheit.
Wenn beispielsweise einige wenige Konzerne die Informationsflüsse kontrollieren und durch personalisierte Inhalte die Wahrnehmung der Realität manipulieren, dann steht die Integrität demokratischer Gesellschaften auf dem Spiel. Auch das Vertrauen in digitale Technologien wird zunehmend beschädigt, wenn Menschen das Gefühl haben, intransparenten Systemen ausgeliefert zu sein, deren Funktionsweise sie weder verstehen noch beeinflussen können.

Daher braucht es umfassende Aufklärung und digitale Bildung, um Machtkonzentration zu begrenzen und die digitalen Rechte der Menschen zu stärken. Es muss deutlich werden, dass Technologie nicht neutral eingesetzt wird, sondern immer bestimmte Interessen verfolgt, zum Beispiel die des Betreibers.
Wir sehen uns in der Verantwortung diese Interessen kritisch zu hinterfragen und die Verflechtung von Technologie und Träger neu zu gestalten. Daher betreiben wir aktiv Aufklärung zum Thema Daten- und Anwenderschutz und Bildungsarbeit zum Thema „digitale Zukunft“. Wir haben uns weiterhin der Förderung von Wissenschaft, Toleranz, gesellschaftlicher Teilhabe und der Völkerverständigung verschrieben.
Als Ergebnis aller Maßnahmen sehen wir neue Formen des digitalen Zusammenlebens: Plattformen, die auf Solidarität statt auf Konkurrenz setzen, Geschäftsmodelle, die Nachhaltigkeit statt kurzfristigen Profit fördern und digitale Räume, die auf Transparenz, Teilhabe und Respekt vor der Privatsphäre beruhen. Nur wenn solche Alternativen gefördert, genutzt und weiterentwickelt werden, besteht die Chance auf eine digitale Zukunft, die nicht nur effizient, sondern auch gerecht, inklusiv und wirklich menschenwürdig ist.